Der ESC München braucht ein Dach über dem Kopf

Wohl in kaum einer anderen Sportart in München gibt es eine vergleichbar schwierige Situation in puncto Trainingsstätten, als beim Eishockey. Mehrere Eishockeyvereine konkurrieren mit Eiskunstläufern, Shorttrackern und öffentlichem Publikumslauf um Trainingszeiten im einzigen überdachten Eislaufzentrum einer Stadt mit rund 1,7 Millionen Einwohner. Hinzu kommt, dass die Vorbereitungen für Spiele des DEL-Teams EHC Red Bull München viel Raum einnehmen.

Gleichzeitig verursachen die immer später einsetzenden Winter mit kürzeren Kälteperioden Probleme bei der Eisbereitung in den nicht überdachten Sportzentren West und Ost. Training und Spielbetrieb sind hier immer häufiger mit einem Fragezeichen versehen. Der Vorsprung anderer Teams in Sachen Saisonvorbereitung ist offensichtlich. Man kann es nicht anders sagen: Wer hier spielt, braucht ein Dach über dem Kopf.

Vor diesem Hintergrund muss sich der im Umbruch befindliche Eishockey-Verein ESC München selbst neu erfinden und verorten: Er muss sich gegen die starke Konkurrenz mit einem klaren Konzept abgrenzen und zugleich auch räumlich eigene Wege gehen. Wie soll diese Idee aussehen? Kurz: Der ESC befindet sich auf dem Weg zu einem Verein mit Fokussierung auf Breitensport mit familiärem Charakter.

Der ESC München ist und wird die Heimat für alle Eishockeybegeisterten, die intensive Wettkämpfe auch mit einer augenzwinkernden Gelassenheit betrachten. Fouls gegenüber anderen werden kein Platz auf dem Trainingsplan haben, taktische Gemeinheiten kein Weg, um Siegpunkte einzuheimsen. Eishockey macht vor allem dann Spaß, wenn er fair und sportlich ausgetragen wird.

Was die zukünftige Vereinsheimat angeht, muss der Blick dagegen wohl langfristig in Richtung Westen gerichtet werden. Ein überdachtes West-Stadion in Pasing könnte sich mehr und mehr zu einer richtigen Trainings- und Spielstätte entwickeln. Hier ist aber leider alles noch im Fluss, die Konzepte noch nicht endgültig, Termine sind in der Schwebe, Geduld ist gefragt. Und Eltern, die den ESC auf diesem Weg unterstützen.